Spanplatten

Dünnes Stammholz sowie Resthölzer aus der forstwirtschaftlichen Nutzung sind der Grundstoff der Spanplatten. Die Hölzer werden zerspant und unter Druck verleimt. Dabei sind in Deutschland nur sogenannte „E1-Leime" (Formaldehydabgabe < 0,01%) oder auch formaldehydfreie Klebstoffe („Isocyanate“) zugelassen. Bei Verlegeplatten wird rundum ein Nut- und Federprofil angefräst. Bei sogenannten ESB-Platten werden gröbere Späne eingesetzt - diese Platten spielen aber nicht die dominierende Rolle.

Die Auswahl reicht von der rohen über die mit Echtholzfurnier belegten bis zu beschichteten Spanplatten (Dekorpapiere mit Melaminharz getränkt). Spanplatten sind ebenfalls klassiche Trägerplatten für Arbeitsplatten und Fensterbänke.

Die Holzwerkstoffe werden durch die verschiedenen produktspezifischen Normen in Typklassen eingeteilt. Diese legen Anforderungen für den jeweiligen Anwendungsbereich fest, wobei in Trocken- und Feuchtbereich sowie Außenanwendung differenziert wird.

Typklassen bei Span- und OSB-Platten (verändert nach Infodienstdienst Holz, spezial | MAI 2009):

  Nicht tragende Zwecke

  Anwendungsbereich Spanplatten (DIN EN 312)
  Allgemeine Zwecke im Trockenbereich P1
  Inneneinrichtungen im Trockenbereich P2
  Feuchtebereich P3

 

  Tragende Zwecke

  Anwendungsbereich Spanplatten (DIN EN 312)
  Trockenbereich P4
  Feuchtebereich P5
  Hochbelastbare Platte Trockenbereich P6
  Hochbelastbare Platte Feuchtebereich P7

Rohspanplatten

In Deutschland erstmals in den 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts produziert, war die Spanplatte die Antwort auf die bei der Schnittholzproduktion in großen Mengen anfallenden Säge- und Hobelspäne. Qualitativ hochwertige Spanplatten zeigen einen dreischichtigen Aufbau mit einer stabilen Mittel- und zwei feinen Deckschichten und weisen produktionsbedingt in Längs- und Querrichtung identische Festigkeitswerte auf. Es gibt sie für den Trocken- und Feuchtraumbereich sowie als Verlegeplatte. Wenn Spanplatten gemeinhin auch nicht als „Vorzeige-Holzwerkstoffe“ gelten, so sind sie weltweit gesehen noch immer der bedeutendste Holzwerkstoff.

Typische Einsatzbereiche der rohen Variante finden sich im Holzhausbau (hierbei oft als zementgebundene Variante), im Fußbodenbereich als Bodenplatte („Verlegeplatten“), in der Verpackungsindustrie oder oberflächenveredelt belegt mit Furnier oder Schichtstoff im Möbel- und Innenausbau.

  Rohspan P2 E1   Abmessung  [mm]
  8 mm   2.800 x 2.070
  10 mm   2.800 x 2.070
  13 mm   2.800 x 2.070
  16 mm   2.800 x 2.070 | 4.100 x 2.070
  19 mm   2.800 x 2.070 | 4.100 x 2.070 | 5.600 x 2.150
  22 mm   2.800 x 2.070
  25 mm   2.800 x 2.070, 4.100 x 2.070
  28 mm   2.800 x 2.070
  38 mm   2.800 x 2.070

 

  Rohspan P3 E1 N+F   Abmessung  [mm]
  10 mm   2.050 x 625
  13 mm   2.050 x 625
  16 mm   2.050 x 625
  19 mm   2.050 x 925
  22 mm   2.050 x 925
  25 mm   2.050 x 925

 

  Rohspan B1   Abmessung  [mm]
  16 mm schwer entflammbar   2.800 x 2.070
  19 mm schwer entflammbar   2.800 x 2.070

Furnierte Spanplatten

Aus der Möbelherstellung und dem Innenausbau sind sie nicht wegzudenken.

Als Trägerplatte wird in der Regel eine nicht wasserfest verleimte Platte Typ P2 eingesetzt. Die Gesamt-Plattenstärke setzt sich aus der Trägerplatte und den beiden Furnieren der Deckschicht zusammen (jeweils ca. 0,6 mm) und deckt so einen weiten Bereich von etwa  5 bis 60 mm ab.

Die eingesetzten Furnierqualitäten und –ausbildung der Deckschichten geben den Einsatzzweck der Platten vor: ein hochwertiges, blumiges Furnier bei sichtbarem Einsatz, schlichtere Furniere bei nicht sichtbarer Verwendung (Rückwand, Schubladenboden). Die Oberfläche der Furniere kann geschliffen oder sägerauh gefertigt werden.

Plattenabmessung: 2.800 x  2.070 mm,

Sortierung: Vorderseite A-/ Rückseite B-Qualität

  Holzart   Stärke [mm]
  Ahorn europ.   9 | 19
  Ahorn kanad.   19
  Buche gedämpft   9 | 19
  Eiche   9 | 19
  Eiche sägerauh   19
  Asteiche gespachtelt schwarz   20
  Eiche Altholz   20
  Risseiche gespachtelt schwarz   19
  Esche   9 | 19
  Nussbaum amerik.   19

 

Andere Abmessungen oder Holzarten auf Anfrage.

Arbeitsplatten und Fensterbänke

Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet sind mit Schichtstoff belegte Spanplatten bei Arbeitsplatten und Fensterbänken.

Bei Arbeitsplatten werden zumeist Spanplatten mit einer Dicke von mindestens 38 mm eingesetzt, die mit HPL belegt und im Postforming-Verfahren gerundet werden. Alternativ zur Rundkante werden auch Modelle mit einer geraden Kante, die vorderseitig mit einer dekorgleichen 1,5 mm starken PP-Kante belegt ist. Der verwendete Schichtstoff ist besonders stoß- und kratzfest, hygienisch und lebensmittelecht: diese Platten eignen sich somit vorzüglich als Arbeitsflächen in Küchen. Standardlänge der Arbeitsplatten ist 4,10 m, typische Tiefen 65 cm oder 90 cm.

EIne genaue Dekor- und Strukturübersicht finden Sie über den Link in der Sidebar; das Panungsprogramm GetaElements für Küchen-Arbeitsplatten finden Sie hier:

 

Eine Fensterbank besteht aus einer P3 Träger-Spanplatte, die mit einem Schichtstoff in der Fläche nahtlos beschichtet ist. Eine Länge von 4,10m macht eine fugenlose Überbrückung auch breiter Fensterfronten möglich.

Wir führen lagermäßig Fensterbänke Dekor weiß W980 in den Breiten 160, 200, 250, 300, 400 und 500 mm.

Beschichtete Spanplatten

Spanplatten, die beidseitig mit einem melaminharzbeschichteten Papier belegt werden und somit eine umfassende Designvielfalt mit beindruckenden Oberflächenstrukturen bieten.

In einem komplexen technologischen Prozess werden Platten gefertigt, die raffinierte Dekore und ausgefeilte Oberflächenstrukturen bieten. Die verfügbaren Dekore werden gewöhnlich eingeteilt in die Bereiche uni, Holz und Fantasie.

Die werkseitig rohen Kanten können vom Profi mit ABS-Sicherheitskanten, die in Farbe und Struktur auf die Dekoroberfläche angepasst sind, belegt werden.

Die Raumwirkung der Dekore und geeignete Kombinatonsmöglichkeiten können Sie sehr gut mit dem VDS-Online-Programm der Firma Egger sichtbar machen - Sie finden es hier: